Projekt SeitenWechsel eingestellt

In Absprache mit unseren Partnern in Norte Potosí haben wir das Projekt „SeitenWechsel“ in diesem Jahr 2011 eingestellt. Zwei Mal haben wir jungen Freiwilligen aus Deutschland die Möglichkeit geboten, für ein Jahr bei unseren bolivianischen Partnern zu leben und mitzuarbeiten. Insgesamt haben vier junge Frauen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Nach den Erfahrungen des ersten Durchgangs wurden die Anforderungen an die Freiwilligen angehoben: Das Mindestalter sollte zwischen 24 und 28 Jahren liegen und eine grundlegende Kommunikationsfähigkeit in der spanischen Sprache sollte gegeben sein. Bei diesen beiden Aspekten hatten sich beim ersten Durchgang Schwierigkeiten ergeben. Im Zuge der zweiten Entsendung zeigten sich neue Schwierigkeiten: Eine Freiwillige kehrte nach wenigen Wochen aus Bolivien zurück. Sie war psychisch mit den Bedingungen in der abgelegenen Region von Norte Potosí überhaupt nicht zurecht gekommen und hat den Aufenthalt auf eigenen Wunsch abgebrochen. Da sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland für keine weiteren Gespräche mehr zur Verfügung stand, konnte unsererseits auch keine weitere Aufarbeitung erfolgen. Die zweite Freiwillige blieb zwar wie geplant das Jahr über in Norte Potosí, doch es zeigten sich zunehmend Schwierigkeiten zwischen ihr und den Verantwortlichen vor Ort. Leider war auch diese Freiwillige nach ihrer Rückkehr nur zu einem einzigen Reflexionsgespräch in kleinem Kreis bereit, dass allerdings wenig aufschlussreich über die tatsächlichen Probleme war.

Wir mussten erkennen, dass die Voraussetzungen für das Gelingen eines solch ambitionierten Projektes nicht gegeben sind. Die extreme Abgeschiedenheit der Region Norte Potosí, der damit verbundene Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten, die fremde Sprache, die personelle Enge bei unseren Partnern und damit das Fehlen einer intensiven Betreuung junger deutscher Freiwilliger in diesen so anderen Lebensbedingungen – all dies hat die Erkenntnis reifen lassen, dass dieses Projekt unter diesen Bedingungen nicht fortgeführt werden kann. Für unsere Partner in Bolivien wurde deutlich, dass die Freiwilligen ihnen zusätzliche Sorgen und Arbeit einbrachten, die sie mit den wenigen Verantwortlichen vor Ort nicht leisten können. Auch sie baten uns darum, das Projekt zu beenden. Padre Mikel Burgos, der Ordensobere der Claretiner in Norte Potosí schrieb dazu: „Grundsätzlich erschien uns das Projekt interessant und ich glaube, dass es das auch ist, aber zum Zeitpunkt seiner Ausführung mit konkreten Personen und in einer konkreten Situation wie der unseren, erreichten wir nicht die erhofften Ergebnisse. Was mich am meisten schmerzt, mich persönlich, ist, dass die Hilfe wegfällt, die die Freiwilligen euch in eurer Arbeit der Sensibilisierung und Bewusstmachung unserer Arbeit geben konnten, nachdem sie hier bei uns in Bolivien waren. Deshalb bitte ich im Namen der Claretiner-Misión um Entschuldigung. Die Kreativität, das Engagement und die Entschlossenheit, die ihr immer gegenüber der uns geliebten Misión Norte Potosí gezeigt habt, sind für uns Ansporn und unbezahlbare Unterstützung. Dafür können wir nur Dank sagen und hoffen, dass Gott es bezahlt, denn uns fehlen die Worte für die Hilfe zu danken, die wir von euch allen während 20 Jahren solidarischer Partnerschaft erhalten haben.“

Wir möchten an dieser Stelle unseren Kooperationspartnern danken: Den Menschen von Pax Christi, die uns seinerzeit die ersten Anregungen für dieses Projekt vermittelten und den Anfang begleiteten und der Abteilung „Weltkirchliche Aufgaben“ des Generalvikariats des Bistums Essen, die als offizielle Entsendeorganisation das Projekt von Anfang bis Ende mitgetragen und uns vor allem den gesamten organisatorischen „Kram“ abgenommen hat. Muchas gracias!

Wer interessiert ist, kann noch bis zum Jahresende 2011 von den vergangenen Projekten weiter unten nachlesen.

SeitenWechsel 2010/11

Das Projekt "SeitenWechsel" ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen im Alter von 24 bis 28 Jahren. Zwei jungen Menschen wird in diesem Projekt die Möglichkeit geboten, für ein Jahr als Freiwillige in Norte Potosí zu leben und zu arbeiten. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie weiter unten.

Neu am 26.6.11:
Lisanne meldet sich mit einem letzten Beitrag aus den bolivianischen Anden. Dort beginnen demnächst die Winterferien in den Schulen. Am 8. August 2011 kehrt Lisanne nach einem Jahr in Norte Potosí wieder zurück nach Deutschland.

Neu am 15.5.11:
"Mein Jahr hier in den Bergen neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu", schreibt Lisanne in ihrem aktuellen Bericht. Nicht alles war positiv: "Ich habe nur wenig Möglichkeiten meine eigenen Ideen einzubringen und habe mich mittlerweile mehr oder weniger damit abgefunden". Doch lesen Sie selbst...

Neu am 5.4.11:
"Hier dauert eben alles ein wenig länger" schreibt Lisanne. Vieles ist anders in Bolivien und die Herausforderungen sind immens. "Ich könnte viele Dinge erzählen, die wir uns in Deutschland nicht vorstellen können". Mehr dazu im aktuellen Bericht von Lisanne aus Karipuyo in Norte Potosí.

Neu am 15.2.11:
Im Januar war Lisanne in Bolivien auf einer Rundreise und hat an einem Zwischenseminar von "weltwärts" in Santa Cruz teilgenommen. Seit Anfang Februar ist sie wieder in Karipuyo, wo mittlerweile das neue Schuljahr begonnen hat. Sie hat einen neuen Bericht geschickt, in dem sie sich auch kritisch mit einigen Aspekten der Arbeit vor Ort auseinandersetzt.

Neu am 1.1.11:
Lisanne wünscht allen ein gutes Neues Jahr und hat uns einen Bericht und Fotos der letzten zwei Monate geschickt, in dem sie vor allem auf das ungelöste Müllproblem aufmerksam macht, das auch im abgelegenen Norte Potosí immer dringlicher wird.

Neu am 8.11.10:
Von Lisanne liegen ein neuer Bericht und einige Fotos vor. Sie ist seit Ende September in Karipuyo und hat sich dort gut eingelebt. Patricia hingegen ist mittlerweile nach Deutschland zurückgekehrt. Sie kam in Sakaka nicht so recht klar: Die Höhe - immerhin 3.900 Meter - machte ihr zu schaffen, die fremde Kultur und Sprache und sicher auch die Abgelegenheit und der fehlende Kontakt nach Hause. Sie selbst hat entschieden, das Projekt abzubrechen und nach Hause zurückzukehren. Wir wünschen ihr alles Gute!

Neu am 23.9.10:
Die ersten Berichte von Lisanne und Patricia liegen vor. Auch einige Fotos kann man sich ansehen. Noch sind die beiden Freiwilligen in Cochabamba, doch schon in wenigen Tagen brechen sie auf nach Norte Potosí.

Neu am 18.8.10:
Lisanne und Patricia sind am 16.8. von Deutschland losgeflogen und am 17.8. wohlbehalten in Bolivien angekommen. In einer ersten Mail berichten sie: "Hier in Cochabamba sind es herrliche 28 Grad und uns geht es gut. Wir bekamen einen sehr herzlichen Empfang heute und freuen uns hier zu sein." Sie werden sich zunächst eine Zeitlang in Cochabamba eingewöhnen und dann nach Norte Potosí in ihre Bestimmungsorte Sakaka und Karipuyo fahren.

Neu am 30.6.10:
Die Duisburger WAZ berichtet mit dem Titel "Ab in die Anden" über die baldige Ausreise von Patricia und Lisanne. Hier findet man Titel und Foto sowie den Text.

Neu am 27.6.10:
Zu einer Aussendungsfeier hatte das Bistum Essen sechs Freiwillige eingeladen, die im Sommer 2010 in verschiedene Länder im Rahmen des Projekts "SeitenWechsel" entsandt werden. Dabei waren auch Lisanne Abouche und Patricia Kosubeck, die im August für ein Jahr nach Norte Potosí fliegen werden. Im Ruhrwort erschien ein Artikel über die Feier und hier sind einige Fotos zu sehen.

Neu am 3.5.10:
Die neuen Freiwilligen heißen Lisanne Abouche und Patricia Kosubeck. Beide kommen aus Duisburg und bereiten sich zur Zeit auf ihren Einsatz in Norte Potosí vor. Vor allem die spanische Sprache muss einigermaßen beherrscht werden, denn sie ist dort drüben das einzige Verständigungsmittel, wenn man von Quechua und Aymara absieht. Im August soll es dann losgehen...

Neu am 11.3.10:
Zwei neue Freiwillige für das SeitenWechsel-Projekt in Norte Potosí sind gefunden. Sie bereiten sich zur Zeit intensiv auf ihren Aufenthalt in Bolivien vor, der im August 2010 beginnen wird. Ihre Einsatzorte werden die Hogares Internados Campesinos in Karipuyo und Sakaka sein.

 

SeitenWechsel

Einmal etwas ganz anderes erleben!

Einmal auf der anderen Seite stehen -

auf der anderen Seite der Welt,

jenseits des Ozeans,

in einer abgelegenen Region,

hoch oben in den Bergen...

Und dort das Leben teilen -

mit den Armen,

mit Aymara, Quechua und

spanischen Claretinerpadres,

die dort gemeinsam leben, arbeiten, glauben, hoffen und kämpfen.

 

Zukunft durch Bildung in Norte Potosí / Bolivien ist der Titel des Projekts "SeitenWechsel". Es ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen im Alter von 24 bis 28 Jahren. Gefördert und finanziert wird das Projekt durch die Initiative "Weltwärts" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Entstanden ist das Projekt "SeitenWechsel" auf Initiative von pax christi im Bistum Essen in Zusammenarbeit mit unserem Sachausschuss und der Zentralabteilung Weltkirche, Mission, Orden, Geistliche Gemeinschaften im Bistum Essen. Zwei jungen Menschen wird in diesem Projekt die Möglichkeit geboten, für ein Jahr als Freiwillige in Norte Potosí zu leben und zu arbeiten. Nähere Informationen zu Norte Potosí findet man hier.

Ein Schwerpunkt während des Freiwilligeneinsatzes wird die Mitarbeit in einem der "Hogares Internados Campesinos" sein. Dies sind Wohnheime für Kinder und Jugendliche der einheimischen Aymara und Quechua. Durch diese Wohnheime wird den Kindern und Jugendlichen der Besuch eines Colegio, einer weiterführenden Schule, ermöglicht. Die Familien der Kinder und Jugendlichen wohnen in abgelegenen Comunidades, kleinen Andendörfern, in denen es lediglich Primarias, Grundschulen von der ersten bis zur dritten Klasse, gibt. Weiterführende Schulen gibt es bis auf wenige Ausnahmen nur in den fünf größeren Orten Sakaka, San Pedro, Karipuyo, Toro Toro und Akasio. Deshalb haben die Claretinerpadres diese Standorte für die "Hogares Internados Campesinos" ausgewählt. In jedem dieser Wohnheime leben zwischen 90 und 150 Kinder und Jugendliche.

Die Freiwilligen sollen die Kinder und Jugendlichen in den "Hogares Internados Campesinos" bei schulischen Aktivitäten unterstützen, Freizeitangebote mit ihnen und für sie entwickeln, bei gemeinschaftlichen Aktivitäten mitwirken und sie bei praktischen Arbeiten unterstützen.

Daneben können sie gelegentlich die Claretinerpadres bei Besuchen der Aymara und Quechua in ihren abgelegenen Dörfern begleiten.

Wer als Freiwilliger in Norte Potosí Dienst tun möchte, sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Alter zwischen 24 und 28 Jahren
- deutsche Staatsangehörigkeit oder dauerhafte Aufenthaltserlaubnis
- körperliche Gesundheit
- grundlegende Kommunikationsfähigkeit in der spanischen Sprache
- Bereitschaft, unter einfachen Lebensbedingungen in einer abgelegenen Andenregion ein Jahr lang zu leben
- katholisch und Bereitschaft, in einem kath. geprägten Kontext mitzuarbeiten
- Aufgeschlossenheit gegenüber der Kultur der Aymara und Quechua
- Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
- Bereitschaft zur Teilnahme an Vor-, Zwischen- und Nachbereitungsseminaren
- Bereitschaft zu monatlichen Erfahrungsberichten
- Aufbau eines Unterstützerkreises

Beginnen soll das Projekt möglichst im August 2010. Die Dauer beträgt 12 Monate. Ein Vorbereitungsseminar findet 2010 in der Zeit vom 28.7. - 6.8. in Köln statt.

Bewerben können sich Interessenten bis 15. Januar 2010 per Mail bei eva.rausche@bistum-essen.de Telefonische Nachfragen können gerichtet werden an Eva Rausche, Telefon 0201-2204-409.

Als Bewerbungsunterlagen genügen
- ein tabellarischer Lebenslauf und
- ein Bewerbungsschreiben, aus dem die Motivation für die Bewerbung hervorgeht.

Einen Flyer mit den wichtigsten Infos gibt es hier.

2008/09 waren bereits zwei Freiwillige für ein Jahr in Norte Potosí. Berichte und Erfahrungen aus dieser Zeit findet man hier.