In dieser Situation
haben die Claretinerpadres in Zusammenarbeit mit Fé y Alegria die
Verantwortlichkeit für die Schulen in den fünf Hauptorten von
Norte Potosí übernommen. Sie kümmern sich um die Qualifizierung
der Lehrerinnen und Lehrer, um kompetente und engagierte Schulleitungen,
um Ausstattung und einen reformorientierten Unterricht, der zweisprachig
stattfindet (Quechua - Spanisch bzw. Aymara - Spanisch). Auch eine Vorschule
(Kinder) wurde eingeführt.
Schulen
und Hogares Internados Campesinos
Das
Schulsystem in Bolivien liegt in staatlicher Hand. Es gibt eine achtjährige
Schulpflicht. Auf die Primaria (Klassen 1-8) baut die Secundaria (Klassen 9-12)
auf, die mit dem Abitur abschließt. Schulen für die Klassen 1-3 gibt
es in den meisten – auch den kleineren – Gemeinden, weiterführende
Schulen - sog. Núcleos - in den größeren Orten. Secundarias
- auch Colegios genannt - gibt es in Norte Potosí lediglich in den fünf
Hauptorten Sakaka, San Pedro, Karipuyo, Akasio und Toro-Toro.
Die
Schulen, vor allem in den kleineren Orten, sind oft nur schlecht ausgestattet.
Lehrerinnen und Lehrer sind für europäische Verhältnisse mangelhaft
ausgebildet und werden selbst für bolivianische Verhältnisse schlecht
bezahlt (Monatsverdienst unter 100 US $). Oft üben sie Nebentätigkeiten
aus, unter denen die schulische Arbeit leidet, manchmal sogar ausfällt.
In einigen Gebieten gibt es trotz gesetzlicher Schulpflicht für Kinder
keine Möglichkeit zum Schulbesuch, da für den Besuch der nächstgelegenen
Schule ein stundenlanger Fußweg notwendig ist. Das Schulsystem in Bolivien
liegt in staatlicher Hand. In vielen Schulen findet der Unterricht nur in Spanisch
statt, obwohl viele Kinder von zu Hause aus nur Quechua oder Aymara sprechen.
Darüber
hinaus wurden Hogares Internados Campesinos (Wohnheime) eingerichtet, so dass
sowohl der eigentlich obligatorische Besuch bis zur 8. Klasse ermöglicht
wird als aber auch der Besuch der Secundaria. Mittlerweile existieren in fünf
Orten der Misión Norte Potosí Hogares Campesinos: In Sakaka,
San Pedro, Karipuyo, Toro-Toro und Akasio. Derzeit besuchen über 500
Kinder diese Hogares Internados Campesinos. Die Eltern zahlen ca. ein Drittel
der Kosten für die Verpflegung und Unterhaltung in der Regel in Naturalien.
Ein Teil der Lebensmittel wird über so genannte Huertos escolares (Schulgärten)
erwirtschaftet, in denen u.a. auch Schweine gehalten werden. Ein kleiner Teil
wird über staatliche Zuschüsse finanziert, der Rest über Spenden.