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Bolivien-Tagebuch von Ele und Martin Fey 2006

50. Geburtstag - 16.8.06

Ich bin in Janq’o-Janq’o – ein Zufall?
In der Nacht hat es geregnet, geschneit und dann gefroren – es ist kalt.
Doch gibt es einen schöneren Ort, um 50 zu werden?
En la capilla: Es bueno darte gracias, Señor, de corazón por esta vida feliz.
Wir singen zu dritt:„Magnificat anima mea dominum!”
Ele und Jesús Mary sind dabei, der alte Gregorio, erster Catequista in Janq’o-Janq’o zu Zeiten von Juan Ramón, Marta, deren tragische Lebensgeschichte ebenfalls mit Juan Ramón verbunden ist, Calixto, der einäugige Catequista Misionero von Jahojo und einige andere Catequistas und ...„wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“...

Wir fahren nach Katariri, ich sehe erstmalig an meinem Geburtstag Schnee und Eis,
alle Gipfel oberhalb von 5000 m sind schneebedeckt – auch der Jinchupalla, der Berg mit den Ohren...
Alles erinnert hier an die letzten gemeinsamen Begegnungen mit Juan Ramón...

Von Katariri aus geht es zu Fuß weiter nach Wacamayo – eine Stunde laufen wir.
Um uns herum die Berge der Anden, ab und zu ein paar Lehmhütten, kleine Felder.
Steil fällt der Berg an unserer Seite ab, steil steigt er auf der anderen Seite an.
Das Leben hier ist karg, die Luft dünn, doch die Landschaft ist atemberaubend.
Es ist wärmer geworden, die Sonne scheint, ab und zu blinken kleine Schneefelder.

Wir feiern Gottesdienste in Wacamayo und Katariri. Die Menschen freuen sich, Kinder werden getauft, Hochzeiten geschlossen. Eine frohe Botschaft wird verkündet...
Hier spürt man, was das für die Menschen bedeutet.

In Katariri treffen wir Ireneo, den ehemaligen Catequista der Comunidad.
Er ist zur Beerdigung von Juan Ramón 1993 von Katariri aus bis nach La Paz gelaufen, eine Strecke von mehreren hundert Kilometern. Es gibt hier etwas, das mit unseren Maßstäben nicht zu greifen ist...

Überall berichtet Jesús Mary auch von meinem Geburtstag. Campesinos gratulieren mir, schließen mich in ihr Fürbittgebet ein. Ich bin gerührt...

Zurück in Karipuyo erwartet mich zunächst eine Geburtstagstorte, von Marco gebacken.

Am Abend dann die Überraschung: Die Internos haben eine Feier organisiert.
Extra für mich gibt es Vorführungen mit indianischer Musik und Tänzen.
Geschenke: Poncho und Chullu, ein Foto mit den Namen aller Internos.
Wir feiern mit über 100 Menschen, wir tanzen und freuen uns.

Danke an alle Beteiligten! Danke für alle Begegnungen!
Gracias a Dios que me ha dado tanto!